Pssst, Texter-Fails, die auch mir peinlich sind

Teil 4

Selbst als Texterin unterlaufen mir Tippfehler. Doch bis der Text beim Kunden oder bei der Kundin landet, habe ich den orthografischen Ausreißer hoffentlich längst entdeckt und in die korrekte Form gebracht. Texte laut zu lesen hilft.

Doch wie sieht es mit Artikeln aus? Der, die, das – wer gehört zu wem? In dieser Frage hilft mir die Rechtschreibprüfung nicht weiter. Das tut sie auch dann nicht, wenn für Wörter, je nach Kontext, zwei Schreibweisen gültig sind. Bei „Soweit“ und „so weit“ zum Beispiel. Bei der Entscheidung, welcher Artikel vor ein Substantiv gehört, verlassen wir uns daher meist auf unser Sprachgefühl – und das kann trügerisch sein.

Schreibweise: Was richtig ist, bestimmt der Duden

Sprache ist lebendig. Ich pflege zu sagen: Sie wächst mit ihren Aufgaben. Was Sprache tun und lassen soll, bestimmen demnach die Menschen, die sie verwenden. Die Sprecher und Sprecherinnen. Nur wie das bei Menschen so ist: Sie sind nicht ohne Fehler.

Daher haben wir den Duden. Er gibt uns eine Anleitung an die Hand, wie wir die deutsche Sprache richtig verwenden. Welche Schreibweise ist korrekt? Und wenn zwei Schreibweisen zulässig sind, beantwortet der Duden auch die Frage: Welche Schreibweise wird empfohlen? Praktisch. Das Ganze hat nur einen Haken: Der Duden ist – auch als Online-Ausgabe – eine ziemlich starre Angelegenheit. Bis ein neues Wort in den Duden aufgenommen wird, dauert es.

Den Ablauf, ob und wie ein Wort in das Wörterbuch aufgenommen und wann eine veraltete Form gestrichen wird, erklärt der Duden selbst auf seiner Website.

Zusammen oder mit Bindestrich?

Über ein Wort und die dazugehörige Schreibweise beschweren sich frischgebackene Gründer*innen immer mal wieder. Oder sie sind zumindest erstaunt: „Ach, das schreibt man so?“

  • Start-up

Tatsächlich ist die Schreibweise mit Bindestrich richtig. So wie „Make-up“. Immer wieder lese ich jedoch „Startup“. Selbst im englischsprachigen Raum herrscht keine Einigkeit darüber, wie man eine neugegründete Firma nun richtig schreibt: „Start-up“ oder „Startup“? Meist fällt die Wahl auf „Startup“. Falsch ist definitiv: „Start-Up“ oder „Start Up“. Zumindest in Sachen Artikeln ist die Sachlage beim Start-up klar: „das“ oder „der“. Beides ist erlaubt und richtig.

Substantiv: Welcher Artikel passt dazu?

Bei anderen Wörtern wird es schon wesentlich verwirrender, vor allem wenn es regionale Unterschiede gibt. So kann man in Österreich tatsächlich „das Monat“ sagen. Hier ist es meist auch „das Joghurt“ (manchmal sogar „die“). Wo ich herkomme, sagt man definitiv „der Joghurt“. Und dann war da noch die Sache mit … „der Polster“.

Ganz eindeutig ist die Lage jedoch bei zwei Wörtern, die ich zugegebenermaßen über Jahrzehnte mit falschem Artikel verwendet habe. Du womöglich auch. Na ja, vielleicht reagiert der Duden noch darauf. Denn wenn Sprache lebendig ist und der Großteil der Menschen, die ich kenne, den falschen Artikel als richtig empfinden, macht der Duden vielleicht doch was falsch. Aber bis dahin … so wird’s korrekt geschrieben:

  • die Klientel (nein, nicht das! Wobei … Wiktionary hat da noch etwas zu ergänzen)
  • der Apostroph (nein, nicht das!)

Man lernt nicht aus. Erst vor kurzem habe ich von Melina (Vanilla Mind) lernen dürfen, dass man sowohl „extrovertiert“ als auch „extravertiert“ schreiben kann. Welche kuriosen Entdeckungen über die Verwendung von Sprache hast du schon gemacht?

Lass uns gemeinsam an einem größeren Wortschatz feilen und gute Texte schreiben. Ich berate dich gerne.

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