Pssst, Texter-Fails, die auch mir peinlich sind

Wer einen Texter mit der Schreibarbeit für Website, Flyer oder Rede beauftragt, erwartet einen Profi, für den eine fehlerfreie Ausdrucksweise selbstverständlich ist, der Kommata immer an die richtige Stelle setzt und am Ende einen Text liefert, der für pures Lesevergnügen sorgt. Doch keiner von uns kommt mit einem Duden im Hirn auf die Welt. Das geballte sprachliche Wissen will erst einmal angeeignet werden und der Weg zur Perfektion ist mit Fehlern gepflastert. Manche davon sind mehr, andere weniger peinlich.

Mein persönliches Best-of von Texter-Fails habe ich hier zusammengestellt, darunter sind hauptsächlich blöde Gedankenfehler, die eigentlich jeder schon mal gemacht hat – ja, ich auch. Und wer jetzt: “Nein, ich doch nicht!” sagt, ist ein Lügner 😉

Doppelt gemoppelte Begriffsendungen

PIN-Nummer: Persönliche Identifikationsnummer-Nummer – Ist Quatsch, ne?

PDF-Format: Portable-Document-Format-Format – Huch, kann ja mal passieren!

Leerzeichen vergessen

z.B. – Ja, tatsächlich ist “z. B.” richtig!

s.o. – Die Abkürzung “s. o.” steht ebenfalls für zwei Worte, zwischen denen ein Leerzeichen steht.

Gleiches Prinzip: u. a., u. U., z. T. und so weiter.

Deppenleerzeichen

Worum geht’s? Komposita wie Fitness Center, Grill Imbiss und Party Service sind allesamt falsch. Während das Englische durchaus Zusammensetzungen wie video signal oder Prime Minister kennt – beide ohne Bindestrich und mit Leerzeichen – werden zusammengesetzte Substantive im Deutschen grundsätzlich mit Bindestrich oder ganz einfach durch Zusammenschreiben gebildet. Richtig ist daher: Fitnesscenter, Grill-Imbiss und Partyservice. Kompliziert wird’s, wenn wir englische Begriffe direkt ins Deutsche übernehmen. Achtung, Ausnahme: Social Media schreibt man tatsächlich so und nicht Social-Media.

Textern im unteren Preissegment wird das Deppenleerzeichen jedoch regelrecht aufgezwungen, ob sie wollen oder nicht. Der Grund: automatisierte Keyword-Vorgaben, wie man sie eigentlich nur von billigen Textschleuderagenturen kennt. Dort vorgegebene Keywords, die im Text vorkommen sollen, dürfen oft nicht flektiert oder sonstwie verändert werden – auch nicht mit Bindestrich – und schwupps, haben wir Sachen wie Bio Gemüse oder Grafik Designer.

Deppenapostroph

O. K., dieser Fehler ist mir, das darf ich jetzt mal mit aller Deutlichkeit klarstellen, noch nie unterlaufen. Warum kommt das sogenannte Deppenapostroph in so vielen Texten und vor allem Firmennamen vor? Ganz klar: Weil das Englische immer mehr Einfluss auf unsere Sprache hat und was für die Briten und Amis richtig ist, muss noch lange nicht für uns gelten. Daher heißt es “Evas Blog” und nicht “Eva’s Blog“.

Deppenapostroph²

Als wär’ das Deppenapostroph nicht schon schlimm genug für die Augen eines Texters, kann man noch einen draufsetzen. Augenkrebs de luxe sieht dann so aus: “Eva´s Blog“. Was ist hier passiert? Das ohnehin falsche Apostroph wurde nicht auf der Tastatur gefunden. Stattdessen hat man einen Akzent gesetzt. Richtiger wird das Ganze dadurch aber nicht, im Gegenteil.

Englische Kommasetzung übernehmen

So, diesen Fehler habe ich lange Zeit selbst gemacht, weil auch an mir der englische Spracheinfluss nicht spurlos vorübergegangen ist. Außerdem lese ich Bücher oft auf englisch und dort ist es durchaus legitim Aufzählungssätze folgendermaßen zu beenden: water, fire, etc.

Im Deutschen sieht das Ganze aber so aus: Wasser, Feuer etc. – ohne Komma vor dem et cetera. Warum? Weil “et” wie “und” funktioniert und als Bindewort das Komma ersetzt.

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